Andachten zum Monatsschluss

Andacht zum Monatsschluss im April

Glaube und  Unglaube  im Gespräch über Leben und Tod

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Mitwirkende:

Sprecherinnen: Stefanie Wessels, Sieglinde Didier, Conny Jäger, Anne Burkhart, Annemie Otte, Birgit Kolöchter-Wittke, Judith Becker

Gesang: Stefanie Wessels, Sängerinnen und Sänger aus dem Chor Joi'n us, Luisa Neurath

Cello: Hauke Hack; Horn: Tobias Gomm; Klavier und Orgel: Holger John; Schlagzeug: Marc Iggesen

Elegie von Kristian Hemes mit freundlicher Genehmigung des Komponisten

Fotos: Harald Bertram, Stefanie Wessels

Eine Zelle als Grundlage des Lebens. Der Organismus im Zusammenwirken mit Stoff- und Energiewechsel,  auf- und abbauenden Prozesse, Reizerscheinungen aus der Umwelt und autonome Tätigkeit als Kriterien des Lebens?

Und dann? Ein Einstellen dieser Prozesse - das Ende?

Oder ist da noch mehr? Was ist mit unserem Bewusstsein als Ich, unserer Seele und unserem Geist?

Herzlich willkommen zu unserer Monatsschlussandacht im April. Ich lade sie ein, sich mit mir zu besinnen. Was bedeutet Leben, was ist unsere Aufgabe und was spielt Gott dabei für eine Rolle? Wie gestaltet sich der Anfang und das Ende unseres Erdenlebens? Ein sehr weites Thema, das ich mal Leben und Tod in Gottes Hand nennen möchte und sicherlich nur wenige Impulse in unsere Andacht einbringen kann. Nehmen sie sich Zeit, hören sie zu und wenn sie möchten, geben sie uns eine Rückmeldung über ihre Gedanken.

Gott taucht am Anfang der Bibel als Schöpfer auf: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“...Er schuf sie mit allem, was lebt.

Und er gibt dem Menschen eine Verantwortung für seine Schöpfung mit auf den Weg. Schaffen wir das als Zellhaufen, der vom Wechsel der Materie und Energie abhängig ist? Oder sind wir doch getragen und inspiriert, unterstützt in Gottes Hand?

Inspiration, den Geist Gottes aufnehmen, kann auf verschiedenen Wegen zu uns kommen:

Wir hören aufmerksam in die Stille, wir führen ein Zwiegespräch mit Gott oder sie kommt einfach im Schlaf.

 

 

Gott hat einen Plan

Musik und Text: Stefanie Wessels; Klavier: Holger John

„Was wäre, wenn du morgens aufwachst, hast für den Tag schon einen Plan?
Über Nacht kam es auf einmal, ganz von selbst, wie es dir scheint.
Du bist begeistert, weißt, wie du's anpackst, ohne Mühe, ohne Hast.
Spürst, dass alles einen Sinn hat. Dabei bist du nicht allein.

Gott hat einen Plan. Stell dir vor du bist ein Teil davon. Ein Teil des Großen Ganzen.
Mach das wahr, wovon du träumst und glaub und leg es in seine Hand.

Manchmal bist du traurig, verzweifelt suchst du den Sinn.
Menschen sterben, leiden hungern und das Virus wütet schlimm.
Das Leben ist gefährlich und endet mit dem Tod.
Für dich, für mich für alle bedeutet's Sorge und Not.

Gott hat einen Plan. Stell dir vor du bist ein Teil davon. Ein Teil des Großen Ganzen.
Mach das wahr, wovon du träumst und glaub und leg es in seine Hand.

Mach die Augen auf, höre nur gut zu, öffne du dein Herz und spüre seine Liebe.
Fühl dich in der Welt, in Gottes Hand, die hält, geborgen und verletzlich.

Gott hat einen Plan. Stell dir vor du bist ein Teil davon. Ein Teil des Großen Ganzen.
Mach das wahr, wovon du träumst und glaub und leg es in seine Hand.

Erste Buch der Könige, 3, Vers 5

„Als er im Heiligtum übernachtete, erschien der Herr im Traum und sagte zu (Salomo): „Wünsche dir, was du willst; ich will es dir geben.“ 

7 Herr, mein Gott! Du hast mich, deinen Diener, anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Ich bin noch viel zu jung und unerfahren und fühle mich dieser Aufgabe nicht gewachsen. Und dennoch hast du mir das Volk anvertraut, das du dir erwählt hast, und ich trage die Verantwortung für so viele Menschen, die niemand zählen kann. Darum schenke mir ein Herz, das auf deine Weisung hört, damit ich dein Volk leiten und ein gerechtes Urteil sprechen kann. Wie kann ich ein solches Volk regieren?

Dem Herrn gefiel diese Bitte.“

Er schenkte ihm Weisheit und Verstand, Reichtum und Ansehen und ein langes Leben.

In Gottes Hand sein, kann einerseits bedeuten, gelenkt und geführt zu werden.

Und anderseits auch, getragen und gehalten zu werden. Verantwortung abzugeben.

Manchmal lastet eine sehr große Verantwortung auf uns, nicht nur in der immensen Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren oder wie in Salomos Beispiel ein großes Volk zu führen, sondern auch in den täglichen Herausforderungen. 

Wie bewältige ich meinen Alltag mit Kindern, Homeoffice, Mahlzeiten und Haushalt?

Wie schaffe ich es, für meine Eltern einen zeitnahen Impftermin zu bekommen?

Wie zahle ich meine nächste Miete, wenn mein Laden zubleiben muss?

Wie tröste ich meinen Nachbarn, dessen Frau gerade verstorben ist?

Sorge und Not begegnen uns immer wieder und scheinen uns zu erdrücken. Wie wohltuend ist da der Gedanke - damit bist du nicht allein.

Guter Gott, trage mich geborgen in deiner Hand,  in der ich kraftlos und verletzlich sein darf. 
Stärke und behüte mich, dass ich mich den Herausforderungen und den Verantwortungen im Leben  entgegenstellen kann.

 

Musik: He's got the whole world in his hand  mit vielen Sängerinnen und Sängern

  1. He 's got the whole world in his hand....
  2. He' s got the tiny little baby in his hand....
  3. He's got you and me, brother, in his hand, he's got you an me, sister, in his hand.
    He's got you an me, brother, in his hand, he' got the whole world in his hand.
  4. He's got the whole world in his hand....

Das Eintreten ins Leben und das Verlassen dieser Erde sind Momente, in denen wir uns Gott nahe fühlen können. Geburt und Tod lassen uns seine Gegenwart und seine Allmacht spüren. Es wird davon berichtet, dass Himmel und Erde sich berühren oder Licht die Dunkelheit erhellt.
Meine Erfahrungen sind sehr unterschiedlich: Aufgewachsen in einem Haus mit Bruder, Eltern, Großeltern, Onkel, Großtante und Großonkel, habe ich die meisten aus der Familie schon verabschiedet. Als Kind habe ich, während meine Großtante im Sterben lag, eine Taube vor ihrem Fenster beobachtet, die in meiner Vorstellung mit ihr davon geflogen ist. Von meinem Großvater habe ich zwei Nächte lang in meinen Träumen seinen Schmerz und Kampf mitgelitten, bevor er gehen konnte. Und es war immer eine Selbstverständlichkeit in meiner Familie, dass diese Menschen zwar leiblich nicht mehr anwesend waren, aber immer noch existieren. Die Gespräche mit Ihnen fanden noch statt und wir wussten, dass es ihnen gut geht. Ich glaube daran.

In unserer heutigen modernen Zeit bemühen wir uns mit allen technischen und pharmazeutischen Hilfsmitteln, das Leben zu erhalten. Aber letztendlich haben wir es nicht in der Hand. Gott ist es, der uns heim ruft an vertraute Orte. Es ist ein Prozess, geliebte Menschen loszulassen, ihre direkte Nähe nicht mehr zu spüren, der auch noch Jahre nach den Tod andauern kann. Aber wir sind nicht allein damit. Auch hier können wir auf Gottes schützende und haltende Hand vertrauen.

 

Elegie von Kristian Hemes

Cello: Hauke Hack und Orgel: Holger John

Fürbitten und Segen

1. Guter Gott, sei du uns nah und stärke und begleite uns in schweren Zeiten. Geleite unsere Verstorbenen gut und sicher in dein Reich. Hilf uns Loszulassen und in deine Hand abzugeben.

2. Guter Gott, schenke unseren Entscheidern, die unsere Land anführen, den Menschen, die Verantwortung für Kitas, Schulen, Arbeitsplätze, Gemeinden tragen, Weisheit und Verstand. Wir bitten dich, um ein Herz, dass deine Weisung erhört und um deine führende Hand.

3. Guter Gott, behüte und begleite mit besonderer Sorgfalt junges Leben, dass Kinder und Jugendliche eine Zukunft sehen, in der sie gut sein können. Mache unsere Kinder stark und selbstbewusst, damit sie den Herausforderungen in Krisenzeiten wie Corona und Klimawandel gewachsen sind.

Vater unser

4. Guter Gott, begleite du uns in einen erholsamen und inspirierenden Schlaf und lasse uns am Morgen gestärkt und voller Tatendrang erwachen.
Guter Gott, wir bitten dich. Halte deine schützende Hand über uns, zeige dich und gib uns deinen Segen. Amen

 

Guten Abend, gut' Nacht  Musik: Johannes Brahms, Text: trad.

Gesang: Luisa Neurath; Horn: Tobias Gomm

Guten Abend, gut' Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck:
Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt, morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt.

Guten Abend, gut' Nacht, von Englein bewacht, die zeigen im Traum dir Christkindleins Baum: Schlaf nun selig, schlaf süß, schau im Traum's Paradies, schlaf nun selig, schlaf süß, schau im Traum's Paradies.

Stefanie Wessels