Andacht zum Tag der Apostel Petrus und Paulus

Frank Thomaschewski

VOTUM

Im Namen Gottes, der uns begegnet als
Vater, Sohn und Heilige Geistkraft. Amen.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

WOCHENSPRUCH AUS APOSTELGESCHICHTE 4

Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

Aus Psalm 22 (Basisbibel)

Dankt dem Herrn! Denn er ist gut.
Für immer bleibt seine Güte bestehen.
Ich werde nicht sterben, sondern leben
und erzählen, was der Herr getan hat!
Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit!
Ich darf hindurchgehen und dem Herrn danken.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
der ist zum Grundstein geworden.
Vom Herrn wurde dies bewirkt.
Es ist ein Wunder in unseren Augen.
Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat.
Lasst uns jubeln und uns freuen über ihn!
Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn kommt!
Vom Haus des Herrn her segnen wir euch.
Dankt dem Herrn! Denn er ist gut.
Für immer bleibt seine Güte bestehen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.

GEBET DES TAGES

Herr Jesus Christus, du hast Frauen und Männer berufen,
dass sie deine Auferstehung bezeugen:
Wecke durch ihr Zeugnis auch in unserer Zeit Glauben,
und sammle alle Glaubenden in deiner heiligen Kirche,
wo sie dich mit dem Schöpfer und dem Heiligen Geist preisen
alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

LESUNG AUS MATTHÄUS 16 (Basisbibel)

Jesus kam in die Gegend von Cäsarea Philippi.
Er fragte seine Jünger:
»Für wen halten die Leute eigentlich den Menschensohn?«
Sie antworteten:
»Manche halten dich für Johannes den Täufer, andere für Elija,
und wieder andere für Jeremia oder einen der Propheten.«
Da sagte Jesus zu ihnen: »Und für wen haltet ihr mich?«
Simon Petrus antwortete ihm:
»Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!«
Jesus sagte zu ihm:
»Glückselig bist du, Simon, Sohn des Johannes!
Diese Erkenntnis hast du nicht aus dir selbst –
sondern von meinem Vater im Himmel.
Und ich sage dir: Du bist Petrus.
Und auf diesen Fels werde ich meine Gemeinde bauen.
Noch nicht einmal die Macht des Todes
wird ihr etwas anhaben können.
Ich werde dir die Schlüssel zum Himmelreich geben:
Was du auf der Erde für gültig erklärst, wird auch im Himmel
gelten. Was du nicht für gültig erklärst, wird auch im Himmel
nicht gelten.«

Ein Funke, kaum zu sehn, | entfacht doch helle Flammen, | und
die im Dunkeln stehn, | die ruft der Schein zusammen. | Wo
Gottes große Liebe | in einem Menschen brennt, | da wird die
Welt vom Licht erhellt; | da bleibt nichts, was uns trennt.
Nimm Gottes Liebe an. | Du brauchst dich nicht allein zu mühn,
| denn seine Liebe kann | in deinem Leben Kreise ziehn. | Und
füllt sie erst dein Leben, | und setzt sie dich in Brand, | gehst du
hinaus, teilst Liebe aus, | denn Gott füllt dir die Hand.

ANSPRACHE

  • „Du bist Petrus.“ – Dieser Satz erinnert uns daran, dass „Petrus“ nicht der Name ist, den seine Eltern ihm gegeben haben. Sie nannten ihn „Simon“. „Petrus“ ist sozusagen der Spitzname, den Jesus seinem Jünger in der Situation gibt, von der wir im Evangelium gehört haben. Ein Name als Programm. Simon soll der Fels sein, der zum Grundstein der Kirche wird. Denn Petrus ist die latinisierte Form des griechischen Worts „Petros“ – und das bedeutet „Felsen“ bzw. „Stein“. Sicherlich verwendet Jesus nicht das griechische Wort, sondern die hebräische Form „Kephas“ – auch so wird Petrus an einigen Stellen im Neuen Testament genannt.
  • „Du bist Petrus.“ – Das ist für den so Bezeichneten Auszeichung und Belastung zugleich. Er hat als erster den „Durchblick“, erkennt in Jesus den Christus, den Gesalbten, den Sohn Gottes. Das belohnt Jesus mit dem Ehrennamen. Aber der Name ist auch das, was er bedeutet: ein Felsstein, eine Belastung. Eine Last, an der Petrus fast zerbricht, als er feststellen muss, dass er der Verantwortung nicht in jeder Situation gerecht werden kann. Er verleugnet Jesus, wie wir wissen. Wie soll der, der einer einfachen Pförtnerin gegenüber nicht standhaft bleiben kann, der Grundstein der Kirche Jesu sein?
  • „Du bist Petrus.“ – Eigentlich ist es aber auch ganz gut, dass der „Apostelfürst“ kein unfehlbarer, sondern ein fehlbarer Mensch ist. Einer, der nicht mit fast übermenschlichen Kräften stets die Übersicht behält, immer die richtigen Entscheidungen trifft, über alle Zweifel erhaben ist. Petrus ist ein normaler Mensch. Mit Fehlern, Ecken und Kanten. Aber trotzdem – oder deshalb – vertraut Jesus ihm die Aufgabe an, sein Werk fortzusetzen.
  • „Du bist Petrus.“ – Wenn wir in St. Peter zu Syburg das Fensterbild von Walther Benner betrachten, das er zu dieser Szene gestaltet hat, fällt etwas auf. Nicht auf den ersten Blick, aber bei näherer Betrachtung. Jesus überreicht den Schlüssel des Himmels – und zwischen Jesus und Petrus befindet sich etwas auf dem Boden. Es ist ein kleiner Felsen – fast wie ein Ameisenhügel gestaltet. An den Farben kann man das nicht erkennen. Der Felsen ist nicht in Grau gestaltet, sondern in den Farben Grün, Blau und Rot. Und das ist kein Zufall. Grün steht für die Hoffnung, Blau für den Glauben und Rot für die Liebe. Ich denke da sofort an 1. Korinther 13, 13: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“
  • „Du bist Petrus.“ – Ist die Person Petrus der Grundstein der Kirche? Ist es das Amt, das die römisch-katholische Kirche mit dieser Person verbindet, also das Amt des Papstes? Oder bilden – mit Walther Benner – die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe den Grundstein der Kirche und des Christentums. Ich kann dem viel abgewinnen.
  • „Du bist Petrus.“ – Ein Felsen ist starr und auf den ersten Blick tot. Das gilt auch für den Felsen, auf dem St. Peter zu Syburg steht (und aus dem auch das Gebäude besteht). Er ist aber durchzogen von Wasseradern. Das war wichtig für seine Funktion als Burgberg. Menschen konnten auf diesem Felsen auch bei Belagerung durch Feinde überleben, da Wasser immer vorhanden war. Leben war möglich.
  • „Du bist Petrus.“ – Glaube, Hoffnung und Liebe sind nicht starr, sondern ungemein lebendig. Auf dieser Grundlage können wir unser Leben als Christinnen und Christen gestalten. Die Liebe ist – laut Paulus – die wichtigste dieser Tugenden, denn sie ist das Wesen Gottes. Seine Liebe hängt nicht von starrem Amtsverständnis und einer falsch verstandenen Unfehlbarkeit ab, nicht von irgendeinem Wohlverhalten. Seine Liebe ist bedingungslos. Sie ist Grundlage von allem. Grundstein der Kirche.
  • „Du bist Petrus.“ – Mit einigen Kolleginnen und Kollegen arbeiten wir übrigens gerade – in Anknüpfung an die alte Syburger Wallfahrt – einen Pilgerweg aus, der von St. Petri in der Innenstadt nach St. Peter zu Syburg führen soll. Als zentrales Symbol haben wir uns für den Felsen entschieden und als Vorlage für das gerade erstellte Logo haben wir die Darstellung des Felsens von Walther Benner gewählt. Er wird also demnächst an verschiedenen Stellen in Dortmund öfter präsent sein. Amen.

LIED – auf die Melodie „Danke“

Glaube, das ist die Macht des Guten, | Glaube hält allem Bösen stand.

Glaube gibt euch die Kraft zum Leben, | führt euch Hand in Hand.

Hoffnung braucht jeder Mensch zum Leben, | Hoffnung, die unser Gott uns gibt.

Hoffnung hält er bereit für jeden, | der von Herzen liebt.

Liebe führt euch auf alle Gipfel. | Liebe bringt euch durch jedes Tal.

Liebe, die euch von Gott gegeben, | trägt euch allemal.

FÜRBITTENGEBET

Gott, unser Vater und unsere Mutter,
weil wir – nicht zuletzt durch die Lebensgeschichte des Apostels
Petrus – spüren, wie sehr dir am Gelingen menschlichen Lebens
gelegen ist, möchten wir dich bitten:
Gott, erbarme dich.
Für alle, die sich in Sackgassen des Lebens verirrt haben oder in
Vorurteilen und Ideologien gefangen sind: Befreie sie dazu, in
der Begegnung mit dir – wie Petrus – einen neuen Weg zu gehen.
Gott, erbarme dich.
Für alle, die in unserer Kirche besondere Verantwortung tragen,
sei es an vorderster Front oder im Hintergrund: Gib ihnen die
Kraft, tragfähiges Fundament zu sein und schenke ihnen die Fähigkeit, in Wort und Tat deine Liebe und Freiheit zu bezeugen.
Gott, erbarme dich.
Für alle, die – von dir in Dienst genommen – an ihren eigenen
Schwächen leiden oder daran, dass ihr Einsatz nicht so viel zu
bewegen scheint, wie sie sich wünschen würden: Schenke ihnen
die nötige Geduld mit sich und anderen und unerschütterliches
Vertrauen in dein Wirken.
Gott, erbarme dich.
Für uns alle, die du dazu berufen hast, deine Botschaft zu verkünden und deine Kirche mitzugestalten: Schenke uns den
nötigen Mut und die nötige Sensibilität, unaufdringlich und
glaubwürdig deine Gegenwart zu bezeugen.
Gott, erbarme dich.
In allen Höhen und Tiefen unseres Lebens und in allen unseren
Aufgaben vertrauen wir auf die Zusage deines Sohnes, bei uns
zu sein bis ans Ende der Welt.
Amen.

VATERUNSER

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen.