ANDACHT ZUM 7. SONNTAG NACH TRINITATIS

am 18. Juli 2021

Frank Thomaschewski

VOTUM

Im Namen Gottes, der uns begegnet als Vater, Sohn und Heilige Geistkraft. Amen.

WOCHENSPRUCH AUS EPHESER 2

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

AUS PSALM 107 (Basisbibel)

Dankt dem Herrn, denn er ist gut!
Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen.
So sollen die sprechen, die der Herr befreit hat.
Er befreite sie aus Gewalt und Unterdrückung.
Er sammelte sie aus aller Herren Länder:
aus dem Osten und aus dem Westen,
aus dem Norden und den Gebieten am Meer.
Manche irrten in menschenleerer Wüste umher.
Sie suchten nach einer bewohnten Stadt,
konnten aber den Weg dorthin nicht finden.
Sie waren hungrig und durstig,
ihre Lebenskraft schwand dahin.
Da riefen sie zum Herrn in ihrer Not
und er riss sie aus ihrer Verzweiflung.
Er führte sie auf den richtigen Weg,
sodass sie zu einer bewohnten Stadt kamen.
Nun sollen sie dem Herrn danken für seine Güte
und für seine Wunder an den Menschen.
Denn er hat sie erfrischt, als sie erschöpft waren,
und mit Gutem gestärkt, als sie Hunger hatten.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

GEBET DES TAGES

Du teilst aus, Gott, und alle werden satt.
Du liebst, Christus, und alle sind geborgen.
Du bewegst, Heiliger Geist,
und alle machen sich auf den Weg.
Lass uns ergreifen, was du uns schenkst.
Lass uns deiner Liebe trauen.
Dir, dem dreieinigen Gott sei Ehre in Ewigkeit. Amen.

LESUNG AUS 1. KÖNIGE 17 (Basisbibel)

Elija, ein Tischbiter aus Tischbe in Gilead, kündigte Ahab an: »So gewiss der Herr, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe! Es wird in diesen Jahren weder Tau noch Regen geben – es sei denn, dass ich es befehle.« Danach kam das Wort des Herrn zu Elija: »Geh weg von hier in Richtung Osten! Versteck dich am Bach Kerit, der in den Jordan fließt! Aus dem Bach kannst du trinken. Den Raben habe ich befohlen, dich dort zu versorgen.« Da ging er los und tat, was der Herr befohlen hatte. Er ging und setzte sich an den Bach Kerit, der in den Jordan fließt. Morgens und abends brachten Raben ihm Brot und Fleisch. Trinken konnte er aus dem Bach. Aber nach einiger Zeit trocknete der Bach aus, denn es gab keinen Regen im Land. Da kam das Wort des Herrn zu Elija: »Auf, geh nach Sarepta, das bei Sidon liegt! Bleib dort! Denn ich habe einer Witwe befohlen, dich dort zu versorgen.« Da machte sich Elija nach Sarepta auf. Als er an das Stadttor kam, war dort eine Witwe, die Holz auflas. Elija sprach sie an und sagte: »Hol mir doch bitte einen kleinen Krug mit Wasser. Ich möchte etwas trinken.« Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: »Bring mir doch bitte auch ein Stück Brot mit.« Da antwortete sie: »So gewiss der Herr, dein Gott, lebt! Ich habe überhaupt keine Vorräte mehr. Nur noch eine Handvoll Mehl ist im Krug und etwas Öl in der Kanne. Ich wollte gerade ein paar Hölzchen sammeln, wieder heimgehen und etwas aus den Resten backen. Mein Sohn und ich wollten noch einmal etwas essen und danach sterben.« Da sprach Elija: »Fürchte dich nicht! Geh nur und tu, was du gesagt hast. Aber mach zuerst für mich ein kleines Brot und bring es zu mir heraus. Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas backen. Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehlkrug wird nicht leer werden, und die Ölkanne wird nicht versiegen. Das wird so bleiben bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen schenkt und es auf den Ackerboden regnen wird.« Sie ging los und tat, was Elija gesagt hatte. Und tatsächlich hatten sie alle drei zu essen: Elija, die Frau und ihr Sohn, Tag für Tag. Der Mehlkrug wurde nicht leer und die Ölkanne versiegte nicht. So hatte es der Herr durch Elija gesagt.

LIED: „Nun lasst uns Gott dem Herren“ (1-4)

Nun lasst uns Gott dem Herren | Dank sagen und ihn ehren | für alle seine Gaben, | die wir empfangen haben.

Den Leib, die Seel, das Leben | hat er allein uns geben; | dieselben zu bewahren, | tut er nie etwas sparen.

Nahrung gibt er dem Leibe; | die Seele muss auch bleiben, | wiewohl tödliche Wunden | sind kommen von der Sünden.

Ein Arzt ist uns gegeben, | der selber ist das Leben; | Christus, für uns gestorben, | der hat das Heil erworben.

PREDIGT

  • Liebe Gemeinde, Elija kündigt eine lange Dürrezeit an. Das lebensnotwendige Wasser wird zu Mangelware werden. Menschen werden Durst haben. Viele werden womöglich verdursten. 
  • Auch wenn wir einige heiße Jahre hinter uns haben und wir sahen, wie die Wasserspiegel der Talsperren im Sauerland sanken – so schlimm ist es bei uns noch nicht geworden. Wie es weitergehen wird, ist noch ungewiss. Viele rechnen damit, dass aufgrund des Klimawandels noch einiges auf uns zukommen wird. 
  • Aber auch wenn wir noch nicht unmittelbar in einer wirklichen Dürrezeit leben: Auch unsere Zeit lässt sich mit der Situation zur Zeit des Elija vergleichen. Wir haben nur noch keinen Mangel an Wasser, aber eine andere Art der Dürre.
    Das liegt an der Pandemie, die uns das Leben schwer macht. Das Wasser, das sie uns abgräbt ist die Nähe, ist die Unbeschwertheit, ist die Freude an gemeinsamen schönen Aktivitäten. Essen gehen, Theater und Kino… usw. 
  • Das eine oder andere geht schon wieder. Aber wie lange das so bleibt, ist mehr als ungewiss. Was wir gerade an Freiheit erleben, kann schon nach dem Sommer wieder eingeschränkt sein. 
  • Eine Dürre erleben wir in der Pandemiezeit auch als Gemeinde. Wir durften nicht singen. Wie mussten ein halbes Jahr auf Gottesdienste in der Kirche verzichten. Wir können kein Abendmahl feiern. Und das, wo doch das gemeinsame Essen und Trinken im Zentrum gelebten Christentums steht, und nicht nur dort. 
  • Elija erlebt die Dürre am eigenen Leib. Aber er erfährt auch Hilfe. Allerdings ist bei näherer Betrachtung schon seltsam, wer ihm die Hilfe – im Auftrag Gottes – konkret bietet. 
  • Da sind die Raben. Die Hebräische Bibel zählt sie zu den unreinen Tieren. Die bringen Elija die notwendigen Lebensmittel. 
  • Da ist die Witwe aus Sarepta. Eine Fremde. Eine Frau aus der Gegend, aus der Elijas größte Feindin, die Frau des anfangs erwähnten Königs Ahab, stammt. Diese Königin Isebel wird ihm noch das Leben schwer machen. Sie verehrt andere Götter als den Gott Israels. 
  • Die Wege Gottes sind nicht vorhersehbar und manchmal können wir sie auch nicht nachvollziehen. Damals bei Elija und heute in der Pandemiezeit. 
  • Gott geht mit Elija unerwartete, neue Wege. Und unsere Wege sind auch anders als gewohnt. Andachten auf der Homepage und Gottesdienste auf Youtube. Abstände im Gottesdienst, wo wir doch Nähe feiern wollen – insbesondere beim Abendmahl. 
  • Gerade bei diesem Thema werden wir noch neue Wege gehen müssen. Der Gemeinschaftskelch hat auf lange Sicht ausgedient. Wie werden wir in Zukunft feiern? 
  • Im Präsenzgottesdienst werde ich in Berghofen an diesem Sonntag den Versuch einer anderen Abendmahlsfeier durchführen. Ohne Kelch. Mit Oblaten, in die ein Schluck Weißwein eingebacken ist. Und die hygienisch einzeln verpackt sind. Das ist nicht ganz nachhaltig, aber irgendein Haken wird im Moment immer dabei sein. 
  • Wir können uns nicht wirklich nahekommen und auch nicht die Hand am Altar reichen, aber wir können gemeinsam an die Liebe Jesu Christi denken, die er uns schenkt, wenn er uns im Abendmahl nahe kommt. 
  • Elija kommt ohne negativen Folgen den unreinen Raben und der fremden Witwe und ihrem Sohn nahe. Er kommt damit auch seinem Gott nahe, der sich dieser Tiere und Menschen bedient. 
  • Jesus kommt uns auch dann nahe, wenn wir ungewöhnliche Wege gehen. Wenn wir Gottesdienste anders feiern, womöglich ohne wirklich menschliche Nähe per Internet oder Fernsehen. Wenn wir Abendmahl feiern, ohne aus einem Kelch zu trinken oder die Oblate hinein zu tauchen. 
  • Die Wege mögen ungewohnt und anders als erwartet sein. Die Nähe bleibt. Die Nähe zu Gott. Die Nähe zueinander. Das ist das Wesentliche beim Abendmahl. Nicht die Form, nicht die gewohnten Elemente. 
  • Wir werden noch viele ungewohnte Wege gehen müssen. Die Seligkeit hängt nicht davon ab, wie die Wege aussehen, sondern davon, dass wir sie gehen. Amen.

LIED: „Nun lasst uns Gott dem Herren“ (5-8)

Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl | dient wider alles Unheil; | der Heilig Geist im Glauben | lehrt uns darauf vertrauen.

Durch ihn ist uns vergeben | die Sünd, geschenkt das Leben. | Im Himmel solln wir haben, | o Gott, wie große Gaben!

Wir bitten deine Güte, | wollst uns hinfort behüten, | uns Große mit den Kleinen; | du kannst’s nicht böse meinen.

Erhalt uns in der Wahrheit, | gib ewigliche Freiheit, | zu preisen deinen Namen | durch Jesus Christus. Amen.

FÜRBITTEN

Weil du niemanden ausschließt, bitten wir dich, Gott, für alle, die verachtet und vergessen werden, für alle, die aus ihrer Heimat fliehen, für alle, die das Gefühl haben, allein zu sein. Wecke in uns den Geist der Freundschaft, der Offenheit und der Barmherzigkeit, damit sich der Friede ausbreitet.

Weil du alles mit uns teilen willst, so wie die Witwe, ihr Sohn und Elija Mehl und Öl miteinander geteilt haben, bitten wir dich für alle, die am Mangel leiden, weil sie nicht genug zu essen haben, weil ihre Kleider zerrissen und ihre Wohnungen zerstört sind, weil sie zu wenig geliebt werden: Wecke in uns den Geist der offenen Herzen und Hände, wecke ihn überall, damit sich der Friede ausbreitet.

Weil du den Schuldigen vergibst, bitten wir dich für alle, die bedrückt sind, beunruhigt über ihr eigenes Leben, beschämt, weil sie das Falsche tun und das Richtige unterlassen: Wecke in uns den Geist der Versöhnung, gib uns den Mut, Altes zu lassen und Neues zu beginnen und aufeinander zuzugehen. Wecke in uns und bewahre die Freude am Leben, damit sich der Friede ausbreitet.

Amen.

VATERUNSER

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen.