Worte zum Sonntag

Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. Diese Worte aus dem Lukasevangelium dürfen wir mitnehmen in die Woche, die mit dem 24. Januar beginnt. Wie können uns die Worte helfen? Zu Tisch sitzen mit vielen Menschen, das erwarten manche sehnsüchtig in diesen Tagen. Doch wollen die, die diese Sehnsucht teilen, wirklich mit Menschen aus allen vier Himmelsrichtungen an einem Tisch sitzen oder nicht doch lieber im Kreis der vertrauten Familie? Das Bild provoziert. Die Worte irritieren. Wenn wir allerdings genauer hinschauen, stellen wir fest, dass es um die Zukunft geht. So ist es im Himmel, sagt Jesus. Alle an einem Tisch, strömende Menschenmassen aus allen Himmelsrichtungen. Es ist Platz für alle, auch für die mit dem weitestem Weg oder mit dem langsamsten Schritt. Das Bild beschreibt eine Zukunft. Von ihm geht jedoch auch eine Kraft für die Gegenwart aus. Das, was wir im Hier und Jetzt erleben, ist nicht das alles: Die einen sitzen am reich gedeckten Tisch und die anderen müssen sich mit den Krümeln begnügen oder am sog. Katzentisch Platz nehmen. So soll es nicht sein. Der Tisch ist groß genug.

Sabine Breithaupt-Schlak