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Gelegenheit macht Gebet

Beten will gelernt sein. Das ist tatsächlich so. Denn Gebete sind immer Ausdruck unserer innersten Gefühle. Und nichts ist schwerer in Worte zu fassen, als das, was unser Herz bewegt.

 

Wer seine Gebete selber formulieren will, darf das in jeder Sprache, in jeder Ausdrucksform und zu jeder Gelegenheit tun.

 

Wenn Sie gerade auf dem Weg dahin sind, eine eigene Gebetspraxis zu entwickeln, helfen vielleicht folgende Tipps:

 

Legen Sie eine feste Tageszeit für Ihr Gebet fest. Als günstig haben sich für viele Menschen der Moment vor dem Aufstehen oder der Moment bevor sie das Licht ausmachen beim Schlafen gehen erwiesen.

 

Beginnen Sie Ihr Gebet mit einer Anrede. Für viele Menschen reicht ein einfaches "Lieber Gott!" Sie sind aber absolut frei, unseren Gott mit jedem möglichen Titel anzusprechen, der Ihnen angemessen scheint (Quelle des Lebens; Meister; Jesus, mein Bruder; guter Vater und liebende Mutter; Du Weg; König der Welt; Allmächtiger...)

 

Überlegen Sie in einem ersten Schritt, wofür Sie Gott danken können. Dieser Schritt erinnert uns daran, dass wir alles von Gott erhalten und geschenkt bekommen.

 

Formulieren sie dann Ihre Bitte oder Klage. Bedenken Sie dabei stets: Unser Gott hört alles. Jedes unserer Gebete findet seinen Weg zu ihm. Aber er ist unbestechlich und unterliegt nicht unseren Zeitplänen.

 

Schließen Sie Ihr Gebet mit: "Amen" ab. Das ist hebräisch und bedeutet soviel wie "So sei es!"

 

Wer sich das noch nicht so recht zutraut, darf auf das Gebet zurückgreifen, das uns von Jesus selbst überliefert ist: Das Vaterunser. Dieses Gebet umfasst alle Anliegen menschlichen Lebens. Es ist kein Zufall, dass es immer zu Zeiten der größten Krise gebetet wird, dann nämlich, wenn mir jedes andere Wort im Halse stecken bleiben würde. Andere Gebete finden Sie in den Psalmen. Psalmen zu beten hat eine lange Tradition. Sie können den ganzen Psalm oder Teile davon beten.

 

Manche Menschen merken nach einiger Zeit, dass ihnen das gesprochene Gebet nicht ausreicht, sie suchen nach anderen Formen. So kann für sie der Gesang, der Tanz, das Malen oder Zeichnen usw. ein Gebet werden. Andere merken, dass sie immer häufiger die Stille suchen und sich so von Gott ansprechen lassen und schließlich zur Kontemplation (ein christlicher Meditationsweg) finden.

 

Sie sind eingeladen es für sich auszuprobieren. Beten Sie regelmäßig und bleiben Sie auf der Suche nach Gott, so wird er Sie auf Ihrem Weg führen.