Sie sind hier

Gebete in schwerer Zeit

Einigen Menschen fällt es dann am leichtesten. Anderen aus dem selben Grunde gerade nicht: zu beten, wenn es kriselt. Jeder kennt diese Zeiten, in denen alles zusammenkommt, alles zusammenbricht, alles auf einmal ohne Sinn zu sein scheint. Lassen Sie sich nicht irritieren durch die Spötter, die sagen: Ja, ja, in Krisenzeiten wird eifrig gebetet, und wenn alles wieder gut ist, hat man den lieben Gott schnell wieder vergessen. Keiner verbietet Ihnen, Gott auch ein Dankgebet zu sprechen, wenn die schwere Zeit - auch mit seiner Hilfe - gemeistert ist.

 

Mein Gott, im Augenblick weiß ich allein nicht weiter.
Es ist, als ob ich den Boden unter meinen Füßen verliere,
als ob mir der Blick nach vorn verschlossen ist.
Ich bin unsicher und habe Angst.
Welche Schritte kann und muss ich tun?
Gewohntes ist auf einmal fraglich, bislang Bewährtes trägt nicht mehr.
Du, Gott, kennst meine Sorgen, meine Zweifel, meine Fragen.
Ich bitte dich
- um Geduld mit mir und anderen bei der Suche  nach dem Weg, den ich gehen kann.
- um die Kraft, die Unsicherheit im Augenblick  auszuhalten, und um die Zuversicht, dass du mich und die Menschen, die mir wichtig sind,  nicht fallen lässt.
- um ...
Lass mich darauf vertrauen, dass du mir die Zeit schenkst, die ich brauche.
Amen.

 

Gott, bei dir suche ich Trost,
denn meine Füße straucheln, und ich falle in die Tiefe,
mein Tritt geht ins Leere, ich suche Grund.
Soll denn mein Fragen umsonst sein,
und mein Suchen vergeblich?
Täglich stehe ich im Angesicht des Leidens,
und jeder Morgen bringt neuen Schmerz.
Ich sinne nach, ob ich es begreifen könnte,
aber es ist mir zuviel.
Es kreist und kreist in meinem Kopf,
aber ich finde nicht heraus.
Es tut mir weh in meinem Herzen,
und ich spüre die Stiche in meinem Innersten.
Dennoch halte ich mich an dich,
du hältst mich bei meiner Hand
und leitest mich nach deinem Ratschluss.
Darum hoffe ich auf dich,
meine Zukunft befehle ich in deine Hände.
Amen.