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Gebete bei Trauer und Verlust

Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens irgendwann seine Erfahrung mit dem Tod. Nicht immer ist der Tod erschreckend. Nicht selten kommt er als Erlösung und nach einem langen, reichen Leben. Manchmal aber kommt er plötzlich, unerwartet, viel zu früh.

 

Suchen Sie gerade jetzt das Gespräch mit Gott. Denn er ist das Ziel unseres Lebens und der Mensch, den Sie verloren haben, ist jetzt bei ihm. Erzählen Sie Gott von der Leere, die in Ihnen herrscht, von der Wut, die Sie vielleicht auch überfällt und von der Trauer, die Sie immer wieder heimsucht. Erzählen Sie Gott davon und öffnen Sie Ihr Herz für seinen Trost.

 

Gott, ich hänge an dem verzweifelten Wunsch,
es möge nicht geschehen sein, was geschehen ist.
Auch du, Gott, bist mir fremd geworden -
So fremd wie die Tage nach diesem Tod.
Ich hoffe aber,
dass ich nicht hier stehen bleibe,
dass es nicht so leer in mir bleibt.
Und ich bitte dich:
Bring mich über die Trauer und Verzweiflung,
über diesen Tod hinaus,
damit ich mich an erlebter Geschichte freuen kann
und Friede finde über dem, was offen und unverständlich geblieben ist.
Lass mich erfahren, dass mein Vertrauen in dich, Gott,
neu wachsen kann.
Amen.

 

Vater im Himmel,
ich bin leer von Tränen,
mein Herz fühlt sich an wie gerädert,
mein Inneres ist tot;
ich bin gestorben für alles, was mich umgibt.
Wohin ich mich auch wende, überall begegnet mir dieser Tod,
und zugleich auch das Leben von _____________,
den/die ich geliebt habe und nun für immer verloren habe.
Zu nahe ist mir Schmerz und Trauer über das, was ich verloren habe;
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das wieder ändern könnte.
Aber gleichzeitig weiß ich:
Mein Leben wird nicht stehen bleiben.
Ich werde weiterleben, weiterleben müssen ohne ______________.
Ich werde mein Leben neu ordnen müssen,
werde ihm neue Inhalte und Ziele geben müssen.
Ach, Gott, ich weiß gar nicht, wie ich das jemals schaffen soll.
Ich vertraue mich deshalb dir an mit meinem leeren Herzen.
Ich bitte dich: Bleib bei mir und verlass mich nicht.
Amen.

 

Herr, ich habe Angst vor dem Tod.
Ich will nicht sterben.
Täglich sehe ich Bilder von toten Menschen.
Täglich höre ich von Frauen, Männern und Kindern,
die bei Katastrophen ums Leben gekommen sind,
die an Aids oder Krebs sterben.
Viele sind schon gestorben, die ich gekannt habe,
von denen ich wusste: Menschen aus meiner Straße,
aus der Familie, von meinem Arbeitsplatz.
Irgendwann werde auch ich tot sein.
Aber es fällt mir schwer, daran zu denken,
diesen Gedanken auszuhalten.
Barmherziger Gott,
du hast dem Tode die Macht genommen,
und du kannst mir die Todesangst nehmen,
dass ich lerne, an den Tod zu denken, an das Vergehen,
an mein Ende.
Nur du kannst mich lehren,
darauf zu hoffen, dass am Ende nicht der Tod steht,
sondern deine Liebe, die niemanden verloren gibt.
Nur du kannst mir die Todesangst nehmen.
Bitte, nimm mir meine Angst.
Amen.