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Trauung

Trauung

"Unsere Hochzeit war der wichtigste Tag in unserem Leben und besonders die kirchliche Feier war wunderschön und einfach perfekt!" "Die Kirche, die Orgel, die Zeremonie während des Gottesdienstes passierte etwas, was ich hinterher nicht beschreiben konnte." "Ich konnte mir meine Hochzeit ohne Kirche gar nicht vorstellen. Aber unser Pfarrer hat sich so stur gestellt, als es um meine Wünsche ging, dass mir der ganze Tag verdorben ist." "Alles war vorbereitet. Wir hatten den Termin beim Standesamt festgemacht und auch das Lokal schon reserviert. Und dann sagt doch der Pfarrer einfach: An dem gewünschten Termin hätte er keine Zeit!"

 

Zwischen diesen Extremen schwanken die Erfahrungen vieler Paare,...

 

... die auf eine kirchliche Trauung zugegangen sind. Kein Wunder kaum ein Tag wird länger geplant und ist mit so vielen Wünschen und Träumen belegt, wie der eigene Hochzeitstag. Und umso herber kann ggf. eine Enttäuschung wirken, wenn bestimmte Vorstellungen sich nicht verwirklichen lassen.

 

Pfarrerin Dr. Breithaupt-Schlak und Pfarrer Thomaschewski sind die für Sie zuständigen Pfarrer. Ihnen liegt es sehr am Herzen, zusammen mit Ihnen eine Trauung zu planen und zu vollziehen, die Ihren individuellen Wünschen möglichst entspricht und zu einem wundervollen Tag beiträgt. Doch ist es auch ihre/seine Aufgabe darauf zu achten, dass der Gottesdienst seine Würde behält und nicht zu einem bloßen "Spektakel" wird. Die Trauung ist in erster Linie ein Gottesdienst, und erst in zweiter Linie auch Dienst an den beteiligten Menschen. Die Kunst besteht darin, zwischen diesen beiden Polen einen Weg zu finden, der den unterschiedlichen Bedürfnissen möglichst gerecht wird.

 

Deshalb:

 

Überlegen Sie sich zusammen mit Ihrem Partner, ob und warum Sie eventuell auf eine kirchliche Trauung zugehen möchten. Für viele Paare stellt die Kirche eigentlich nur den romantischen Rahmen für das Ja-Wort dar. Für andere wird die Ehe erst mit dem kirchlichen Segen wirklich gültig. Wenn eher die Kulisse und die Romantik für Sie im Vordergrund stehen, überlegen Sie, ob Ihnen nicht auch mit einem entsprechenden Standesamt gedient ist. Das hat den Vorteil, dass Sie in der Gestaltung Ihrer Vorstellungen gänzlich freie Hand haben. Die kirchliche Trauung dagegen ist ein Gottesdienst und unterliegt bei allen Freiheiten, denen wir natürlich auch Rechnung tragen wollen dennoch gewissen Regeln.

 

Zu Ihrer Information und Vorbereitung finden Sie im Folgenden zunächst einige allgemeine Informationen zum Thema Trauung.

 

  • Die Bedeutung der kirchlichen Trauung
  • Scheidung erlaubt?
  • Das Märchen von der Ökumenischen Trauung
  • Die Trauung in besonderen Fällen
  • Wer soll das bezahlen?
  • Hochzeitspläne
  • Die Wahl der Kirche
  • Die Wahl der Musik
  • Segnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften

 

Die Bedeutung der kirchlichen Trauung

 

Seit Bismarck ist es in Deutschland eindeutig so geregelt, dass die Eheschließung eine Angelegenheit des Staates ist. Eine Ehe ist ein Vertrag zwischen einem Mann und einer Frau, der das Zusammenleben mit bestimmten Pflichten und Rechten regelt. In Deutschland darf die Kirche keine Trauhandlung vornehmen, wenn das Paar nicht zuvor standesamtlich getraut worden ist.

 

Die katholische Kirche sieht die Ehe als ein Sakrament und erkennt entsprechend nur die kirchliche Trauung als Eheschließung an. Katholische Paare sind vor der kirchlichen Trauung nach katholischem Verständnis noch kein Ehepaar. Dazu braucht es erst das Eheversprechen vor einem Priester.

 

In der evangelischen Kirche ist das nicht so! Wir erkennen die standesamtliche Trauung als Eheschließung an. Evangelische Paare betreten die Kirche also bereits als verheiratetes Paar. Ihr Wunsch ist nicht die Eheschließung durch Pfarrer oder Pfarrerin, sondern die Bitte um Gottes Segen für die geschlossene Ehe.

 

Gemeinsam ist beiden Kirchen die Überzeugung, dass eine Ehe nicht leichtfertig eingegangen werden sollte. Die Ehe hat ihre Grundfunktion darin, die Keimzelle und der Schutzraum für eine Familie zu sein. Damit gehört die Ehe zwischen Mann und Frau zur so genannten Schöpfungsordnung, zu den Grundgegebenheiten des menschlichen Lebens. Davon berichtet uns der Schöpfungsbericht:

 

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und als Frau. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

 

Die Ehe ist darüber hinaus eine Ordnung, die nicht nur für einen bestimmten Lebensabschnitt gedacht ist. Wer die Ehe eingeht, geht eine lebenslange Verpflichtung und Verantwortung für seinen Ehepartner ein. Das Eheversprechen sollte also nicht leichtfertig gebrochen oder aufgelöst werden. Deshalb mahnt Jesus auch:

 

"So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!"

 

Scheidung erlaubt?

 

Das ist ein hoher Anspruch, der an uns gerichtet wird, und ein Blick in unsere Gesellschaft lehrt uns, wie zerbrechlich Ehen sind. Die evangelische Trauung trägt dem Rechnung. Bei der Trauhandlung wird um Gottes Segen für diese Ehe gebeten, gerade weil wir wissen, dass wir auf Gottes Hilfe angewiesen sein werden, wenn auf die guten auch die schlechten Tage folgen. Dieser Segen ist das Herzstück unserer Trauhandlung.

 

Wir wissen aber auch, dass Ehen zerbrechen können. Und unser Gott ist ein Freund des Lebens. Wenn es Ehepartnern nicht mehr möglich ist, das Leben in gegenseitigem Vertrauen und Verantwortung zu führen, wenn die Ehe das Leben nicht mehr fördert, sondern eher zerstört, dann sollen auch Ehepartner sich voneinander trennen können. Die Ehe ist in der Evangelischen Kirche kein Sakrament. Wer durch ein staatliches Gericht geschieden wird, ist es auch vor den Augen der evangelischen Kirche.

 

Entsprechend ist es auch möglich, ein weiteres Mal kirchlich zu heiraten, also erneut und jetzt erst recht um den notwendigen Segen Gottes für diesen neuen Versuch zu bitten. Nicht jedem Menschen fällt das leicht. Das Eheversprechen mit der Formel "...bis dass der Tod euch scheidet" ist ja Bestandteil des Trauversprechens, das auch im Gottesdienst seinen Platz hat. Und  manch einem ist es zu ernst, um einfach bei einer zweiten Heirat wiederholt zu werden. Suchen Sie in diesen Fällen unbedingt vorher das Gespräch mit Ihrem Pfarrer. Machen Sie sich aber auch klar, dass ein Eheversprechen immer Aufgabe beider Partner ist, um eine lebenslange Ehe zu gewährleisten.

 

Das Märchen von der Ökumenischen Trauung

 

Immer mehr heiratswillige Paare gehören unterschiedlichen Konfessionen an. Meist ist der eine evangelisch, der andere katholisch. Für sie stellt sich die Frage: Heiraten wir nach evangelischem oder katholischem Ritus?

 

Kein Problem, mag manch einer denken, es gibt ja auch die ökumenische Trauung. Da ist dann sowohl ein katholischer Priester als auch ein evangelischer Pfarrer dabei und vollziehen die Trauung gemeinsam.

 

Leider stimmt diese Aussage nur zum Teil. Tatsächlich gibt es keine ökumenische Trauung. Es gibt lediglich evangelische Trauungen unter Mitwirkung eines katholischen Priesters oder katholische Trauungen unter Mitwirkung eines evangelischen Pfarrers. Sie müssen sich also in jedem Fall entscheiden, ob Ihre Trauung in einer evangelischen Kirche oder eben in einer katholischen Kirche stattfinden soll und dort auch in die Kirchenbücher eingetragen wird.

 

Es ist ein Armutszeugnis, dass wir im ökumenischen Gespräch an dieser Stelle noch zu keiner befriedigenden Einigung gekommen sind. Der Hauptunterschied liegt in dem katholischen Verständnis der Ehe als Sakrament, was es der katholischen Kirche unmöglich macht, die evangelische Trauung vollständig anzuerkennen.

 

Ansprechpartner für Sie ist Ihr zuständiger Pfarrer.

 

Die Trauung in besonderen Fällen

 

Hinter dieser Formulierung verbirgt sich ein Problem, das in den letzten Jahren immer häufiger aufgetaucht ist. Die Kirchenordnung sah bislang vor, dass die kirchliche Trauung nur Menschen vorbehalten ist, die getaufte Kirchenmitglieder sind. Immer öfter aber wird die Trauung auch von Paaren gewünscht, bei denen ein Partner entweder aus der Kirche ausgetreten ist oder sogar einer ganz anderen Religion angehört.

 

Seit einiger Zeit ist es möglich, dennoch einen Gottesdienst anlässlich der Trauung eines Christen und eines Nichtchristen zu feiern. Voraussetzung ist natürlich, dass der nichtchristliche Partner damit einverstanden ist. Hier sind besonders intensive Gespräche mit dem Pfarrer nötig, damit er angemessene Formulierungen für die Zeremonie findet. Die Frage "Willst du diese Frau von Gott als Geschenk annehmen und lieben und achten bis der Tod euch scheidet?" macht keinen Sinn, wenn der Gefragte nicht an Gott glaubt. Hier wird nach Alternativen gesuchen werden müssen.

 

Die Öffnung der kirchlichen Trauung auch für glaubensfremde Menschen greift die Überzeugung des Apostels Paulus auf, der einmal sagte:

 

"Der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den gläubigen Mann."

 

Wer soll das bezahlen?

 

Wer heiratet, muss tief in die Tasche greifen. Dieses Gerücht hält sich hartnäckig und hindert manch einen daran, auf eine kirchliche Trauung zuzugehen. Wer so denkt, irrt gründlich! Was eine Hochzeit teuer macht, sind all die Dinge drum herum, die sicherlich auch wichtig sind: Hochzeitskleid, vielleicht eine Kutsche, das Lokal, viele Gäste... das läppert sich. Wir haben uns daran gewöhnt, dass auf die kirchliche Trauung die große Fete folgt. Tatsächlich aber geht es ja auch ohne. Der Feierlichkeit des Gottesdienstes wird damit kein Abbruch getan.

 

Die kirchliche Trauung ist ja eigentlich nur ein Gottesdienst und damit umsonst. Theoretisch ist es sogar möglich, dass Sie sich in einem ganz normalen Sonntagsgottesdienst trauen lassen. Das kann, ähnlich wie eine Taufe, ohne großen Aufwand organisiert werden. Aber auch ein eigener Traugottesdienst kommt ohne zusätzliche Kosten aus, wenn Ihnen der Altarschmuck und die Orgelmusik reichen und Sie auf zusätzlichen Blumenschmuck, Hochzeitskleid und solistische Musikeinlagen verzichten.

 

Hochzeitspläne

 

In aller Regel werden Hochzeiten frühzeitig geplant. Um Probleme bei der Terminierung zu vermeiden, klären Sie etwa ein halbes Jahr vorher folgende Fragen, bevor Sie sich auf ein festes Datum festlegen:

 

  • Soll die standesamtliche Trauung am selben Tag wie die kirchliche stattfinden?
  • Welche Termine stehen beim Standesamt zur Verfügung?
  • In welcher Kirche möchten Sie heiraten?
  • Ist die Kirche zu einem der möglichen Termine frei?
  • Welche Termine stehen beim zuständigen Pfarrer/Pfarrerin zur Verfügung?

 

Legen Sie erst jetzt den endgültigen Termin fest und lassen ihn durch Pfarrer und Standesamt bestätigen. Buchen Sie erst jetzt das Lokal.

 

Verabreden Sie mit Ihrem Pfarrer einen Termin für das Traugespräch. Es sollte ca. 1 Monat vor der Trauung liegen. Das Traugespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der Besprechung des Traugottesdienstes.

 

Die Wahl der Kirche

 

Wenn Sie sich als Gemeindeglied für eine Trauung in der Kreuzkirche Berghofen entscheiden, entstehen Ihnen keine Kosten. Mit Rücksicht auf die Arbeitszeiten unseres Küsters sollten Trauungen am Samstag aber nicht später als 16.00 Uhr stattfinden. Für festliche Orgelmusik steht unser Kirchenmusiker bereit.

 

Der Blumenschmuck umfasst das normale Altargesteck. Sollten Sie weitere Blumen, Bankschmuck oder sonstige Gestaltungselemente wünschen, müssen Sie allerdings selbst dafür sorgen und die Kosten selber tragen. Setzen Sie sich für die Einzelabsprachen mit unserem Küster in Verbindung.

 

Zuständig für Ihre Trauung ist auf jeden Fall Ihr Gemeindepfarrer. Vielleicht haben Sie aber den Wunsch, nicht in der Kirche hier in Berghofen zu heiraten, sondern vielleicht lieber in der kleineren Georgskirche in Aplerbeck oder in St. Peter zu Syburg. In aller Regel ist das kein Problem. Bei nicht zu weiten Entfernungen reist Ihr Gemeindepfarrer gern auch zu der von Ihnen gewünschten Kirche. In diesen Fällen müssen Sie die notwendigen Absprachen bzgl. evtl. Kosten, Blumenschmuck und Organisten mit der Kirchengemeinde vor Ort klären.

 

Die Wahl der Musik

 

Familie oder Freunde planen nicht selten als Überraschung einen Solisten. Oft wird dabei vergessen, dass ein Solist normalerweise von Klavier oder Orgel begleitet wird. Klären Sie rechtzeitig, ob eine Begleitung mitgebracht wird, oder ob evtl. auch unser Organist diese Aufgabe übernehmen soll. In letzterem Fall ist er berechtigt, eine Gage zu verlangen, da die Begleitung von Solisten nicht zu seinem regulären Arbeitsvertrag gehört.

 

Geben Sie bitte auch dem Pfarrer über diese Pläne Bescheid, damit er sich bei der Planung des Gottesdienstablaufes auf die Musikeinlagen einrichten kann.

 

Halten Sie bitte insbesondere bei Gesangseinlagen auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrem Pfarrer. Texte, die sich nicht mit den Inhalten eines evangelischen Gottesdienstes vereinbaren lassen, haben darin auch keinen Platz. Aber das kann man ja auch alles in Ruhe besprechen. Fragen Sie Ihren Pfarrer oder den zuständigen Organisten. Es gibt wunderschöne, auf Trauungen zugeschnittene Solostücke. Es lohnt sich, für die Auswahl eine Stunde zu investieren. Wir beraten Sie gerne.

 

Vielleicht erwägen Sie aber auch, dem Gottesdienst über die Musik ein bisschen Pep zu verleihen. Hier bestehen von uns aus keinerlei Bedenken. Egal ob Jazz, Blues oder Rock, es wird den Gottesdienst auf jeden Fall bereichern.

 

Segnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften

 

In der Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften ist in den letzten Jahren in der Evangelischen Kirche viel in Bewegung gekommen.

Auf der Seite der Evagelischen Kirche von Westfalen können Sie dazu einiges erfahren: http://www.evangelisch-in-westfalen.de/kirche-gefragt/was-sagt-die-kirche-zu/homosexualitaet.html

Wenn Sie nähere Auskünfte erhalten möchten oder Fragen haben, sprechen Sie gerne unsere Pfarrer an.

 

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