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    Die Fenster der evangelischen Kreuzkirche

    Das Bethlehemfenster der KreuzkircheDas Bethlehemfenster

    Auf der rechten Seite im hinteren Teil der Kirche, direkt neben der Orgelempore ist das erste Fenster, wenn man von den Lebensschritten Jesu ausgeht. Es ist das Bethlehemfenster.

    Der Grundfarbton ist das Blau. Das Blau des Himmels, der reinen Schöpfung. Oben der "Stern über Bethlehem" dessen goldene Strahlen bis zu "den Hirten auf dem Felde". herabreichen Ihre Schafe hüten sie des Nachts "bei den Hürden". Diese Szene wir eingerahmt vom Blau des Himmels und ins Zentrum scheint ein breiter Strahl Licht von diesem Stern. Der Himmel mit seinem schützenden Blau umgreift Mensch und Tier zugleich strahlt ein Licht auf, das das Dunkel der Hoffnungslosigkeit und der Gottverlassenheit erhellt. Alle drei Hirten schauen in dieses Licht, einer schützt seine Augen gegen die Helligkeit und Wahrhaftigkeit der göttlichen Nähe.

    Der Himmel ruht wie auf zwei Säulen, zwischen denen sich all - das abspielt, was die Hirten erfahren, erleben und nach dem biblischen Bericht auch hören. "Euch ist heute der Heiland geboren!" Außerhalb dieser Säulen ist finstere Nacht. Wo Gottes Licht hin scheint, das ist alles hell und froh.

      

     

    Das Karfreitagsfenster der KreuzkircheDas Karfreitagsfenster

    Es ist das zweite Fenster und von sehr großer Aussagekraft, das jeden Betrachter stark beeindruckt. Das Kreuz Jesu steht auf der Erde, ragt aber bis in den Himmel. Rechts vom Kreuz steht Maria und bei ihr der Jünger, den Jesus "lieb hatte" (Johannes 19, Vers 26). Und Jesus hatte gesagt: "Frau, siehe, das ist dein Sohn!" und zum Jünger sagte er: "Siehe, das ist deine Mutter!" (Johannes 19, Vers 27).

    Links vom Kreuz die Soldaten, vor sich die Spielwürfel, mit denen sie um das Gewandt Jesu gewürfelt hatten. Schaut man, am Kreuzesstamm empor - ist er leer und ragt bis in dem Himmel. Gott hat dies alles geschehen lassen. Der Vorhang (des Allerheiligsten) ist zur Seite gezogen und so ist der Zugang zum Himmel offen. Jesu Sterben und Auferstehen lässt den "Vorhang im Tempel zerreißen!"

    Neben dem Kreuzesstamm sieht man: die Nägel, die Dornenkrone, den Schwamm auf der Stange, die Lanze des Hauptmanns, mit der er die Seite geöffnet hatte und auch Blutspuren - Zeichen der menschlichen Gewalt gegen den Gottessohn.

    Doch das Kreuz ist nun leer. Man hat den Leichnam abgenommen. Der Himmel sieht das vollbrachte Werk und sagt sein Ja in Trauer und Wehmut dazu. Die Farben dieses Fensters lassen diese Trauer sehr deutlich werden.

    Hinter dem Kreuz jedoch erscheint das Licht des Himmels. Ein helles Beige, welches das Kreuz umstrahlt, zeigt etwas von der Freude des Himmels über den "Gehorsam bis zum Tode am Kreuz". So ist schon angedeutet, das der Karfreitag nicht das letzte Wort zu diesem von Menschen gewollten Gewaltakt sein wird.

    Der Vorhang vor dem Himmel ist dunkelrot, doch nimmt man ihn zur Seite, schaut man das Licht der Nähe Gottes. "Der Vorhang zum Tempel zerriss..." - Jesus erwirkt für uns Gläubige einen Zugang zum Paradies, zur Nähe Gottes. Gottes Reich bricht mit Jesus bei uns an und wird zur Vollendung kommen, wie verheißen.

     

     

    Das Osterfenster der KreuzkircheDas Osterfenster

     

    Es ist das dritte Fenster. Immer wenn die Morgensonne aus dem Osten auf dieses Fenster scheint, beginnt ein Leuchten und eine Klarheit, als wäre eben das Ereignis der Auferstehung geschehen.

    Der Engel, der im Eingang zum geöffneten Felsengrab sitzt, erstrahlt wie das reinste Licht. Seine Hand weist in den Himmel und erzählt für jeden Betrachter ganz deutlich: "Ihr sucht den Auferstandenen vergeblich bei den Toten. Er ist nicht hier, er ist auferstanden!"

    Im Himmel strahlt Gottes Wahrheit und ihr Licht strahlt herab bis vor die Füße der Frauen, die vergeblich kamen, den Leichnam einzubalsamieren. Aber es scheint ein Licht zu sein, das den leiblichen Augen verborgen, sich allein dem Glauben offenbart. Noch sehen die Frauen nur auf den Engel, doch bald werden sie das Licht der Auferstehungsbotschaft sehen und es wird ihr Herz erfreuen.

    In das Dunkel der Welt, ja ins kosmische Dunkel der Gottverlassenheit, scheint nun das helle Licht der Botschaft von der Auferstehung Jesu, die zur Botschaft der Auferstehung aller wird, die diese Botschaft hören und das Licht der Wahrheit erkennen. "Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht damit, wer an mich glaubt, nicht in Finsternis bleibe!" (Johannes 12, Vers 46)

     

     

    Das Himmelfahrtsfenster der KreuzkircheDas Himmelfahrtfenster

    Der Auferstandene Jesus zeigt sich seinen Jüngern und gibt ihnen Weisung, wie sie weiterhin als der Anfang der christlichen Gemeinde leben können. Er hatte die Jünger gesammelt, doch nach seiner Kreuzigung schien alles aus zu sein. Dann aber verheißt der Auferstandene den Jüngern: "Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird und werdet meine Zeugen sein". (Apostelgeschichte 1, Vers 8) Das Himmelfahrtfenster zeigt in seinem "irdischen Teil" (also unten im Fenster) die versammelte Gemeinde, wie sie die Rückkehr Jesu zu seinem Vater erlebt, von der es heißt: "und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg." (Apostelgeschichte 1, Vers 9) Für uns ist die Himmelfahrt Jesu ja ein Problem geworden, weil wir nicht mehr in der alten Vorstellung von der Welt als Scheibe, über der sich der Himmel wölbt und über dem dann Gottes Thron zu denken ist, leben. Uns kommt heute die Frage auf: "Wo ist Gott?" Doch die biblische Aussage der Himmelfahrt meint etwas, was mir heute auch noch denken können: Jesus kam von Gott und kehrte zu Gott zurück. Nach neutestamentlichen Aussagen ist Gott da, wo Menschen in seinem Namen versammelt sind, ihn anbeten und an ihn glauben. (Matthäus 18, Vers 20 und Matthäus 28. Vers 20) Nach dem biblischen Bericht der Himmelfahrt stand die Gemeinde und schaut Jesus nach. "Einige aber zweifelten." So sehen wir eine andächtige Gemeinde, die gen Himmel blickt und einen, der mit kritischen Blick wegsieht, denn er kann es nicht glauben. Am oberen Rand dieses Bildteiles sehen wir bereits ein Stück des Himmels. Er reicht bis zu den Menschen. Wir sehen, wenn wir gen Himmel sehen, auch nur Wolken, Sterne und Flugzeuge. Doch wir Glaubenden sehen gen Himmel und sehen mehr, nämlich das neue Jerusalem. (Offenbarung 21) Die Stadt Gottes, in der die Menschen mit Gott leben und es keine Schmerzen, kein Geschrei, und keinen Tod mehr geben wird. Diese Herrlichkeit Gottes ist im "himmlischen" Teil des Fensters zu sehen.

    Zwölf Tore umgeben die neue Stadt und in ihrer Mitte wohnt Gott selbst - das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Alles vollendet sich in Gott. Dies ist die Zukunftsordnung der Christengemeinde. Davon lebt sie und kann alle Niederlagen und Unterdrückungen tragen, weil sie diese Verheißung des neuen Jerusalem vor sich hat.

     

    Die Pfingstfenster

    Die Fenster der Nordseite der Kirche stehen unter dem Thema: die Wirkungen des Geistes Gottes. Alle vier Fenster sind Pfingstfenster. Sie verdeutlichen die Botschaft: Der Geist Gottes wirkt an Menschen. Kommt er zu ihnen, so verändert sich ihr Leben. Der Geist Gottes umströmt und durchwirkt die Menschen, die sich in seinem Einflussbereich finden und sich ihm aussetzen.

    Wir beginnen in der Betrachtung mit dem Fenster, das am nächsten zum Taufbecken ist und gehen dann bis zum Ausgang zurück.

     

    Das erste Pfingstfenster der KreuzkircheDas erste Pfingstfenster

    Es erinnert in seiner Farbgestalt an das Pfingstwunder aus Apostelgeschichte 2. Dort heißt es: "Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen und sie wurden erfüllt vom heiligen Geist..." Bei diesen Pfingstfenstern fällt der Blich zuerst immer auf die oberen Fenster, den "himmlischen" Teil. In der Spitze des Fensters fällt das Symbol Gottes, das Auge, auf. Dieses Symbol deutet das Geschehen als eins, das von Gott selbst ausgeht. Aus dem Himmel, von Gott her, kommt der neue, der heilige Geist, und er ist wie Feuer. Das kräftige Rot und Orange fällt wie Feuerzungen aus dem Himmel herab und erreicht die Menschen. Die Kraft dieses göttlichen Geistes wird dann über eine Segenshandlung an einen anderen Menschen weitergegeben. Das ist nur einen der möglichen Weisen, aber sie macht sichtbar, das Gottes Geist Menschen mit besonderen Kräften begabt. Es ist eine der Aufgaben, die diese Menschen habe, die zum Glauben gefunden haben, die vom Glauben ergriffen sind: Sie geben weiter, was sie selbst empfangen haben, an Menschen, die bereit sind, sich Gott zuzuwenden. So kann auch unter Mithilfe von Menschen Gottes Macht in dieser Welt wirken.

     

     

     

    Das zweite Pfingsterfenster der KreuzkircheDas zweite Pfingstfenster

    Es hat in der Spitze wieder ein Symbol. Gottes Geist ist wie die Sonne. Sieben Tropfen fallen aus dem Himmel, sie symbolisieren die Fülle der Geistesgaben, die auf die Christen aus dem Himmel herab kommen. Es fällt sehr deutlich ins Auge, wie das Licht Gottes das Dunkel zur Seit drückt, es beseitigt, damit es für die Menschen hell werden kann. Und hell wird es überall da, wo Menschen sich verwandeln lassen.

    Der Geist Gottes gibt die Kraft, etwas zu tun, was in der Natur des Menschen nicht steckt: "Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." (Galater 6, Vers 2) Wer ist schon bereit, einem anderen Last abzunehmen? Jeder trägt doch an seinen eigenen Lasten genug. Der Geist Gottes schenkt einen neuen Geist, eine Bereitschaft zu sehen, das jemand eine Last hat, die ihm zu schwer ist und unter der er zusammenbricht. Das können ganz verschiedene Belastungen sein. Am wichtigsten ist, das die Lasten gemeinsam getragen werden, die das Glauben und das Vertrauen auf Gott behindern. Doch auch die Lasten der Armut, der Unfähigkeit zur Alltagsbewältigung, der Krankheit und des Alters wollen Christen anderen helfen zu tragen.

     

      

    Das dritte Pfingstfenster der KreuzkircheDas dritte Pfingstfenster

    Es zeigt im oberen Teil die Taube als Symbol für Gottes Geist. Wir kennen dieses Symbol aus Markus 1, Vers 10, Lukas 3, Vers 22 und Johannes 1, Vers 32. Bei Johannes heißt es: "Ich sah, das der Geist herab fuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm." Auch hier im Fenster ist deutlich erkennbar, wie das Licht des Himmels, die Kraft des Geistes in die Dunkelheit hineinleuchtet, die Dunkelheit erhellt und die Menschen verändert. Das dunkle Rot und helle Orange umhüllt die Menschen und befähigt einen, sich als "barmherziger Samariter" zu betätigen. Die Dunkelheit weicht, das Licht der göttlichen Liebe hüllt die beiden ein und lässt so Liebe zum Zuge kommen.

    Dieses Motiv ist besonders beeindruckend, weil die Nächstenliebe das Kennzeichen christlichen Handelns schlechthin ist, und bei uns kommt noch hinzu, das dieses Bildmotiv als erstes in Glas gefasst war und wahrscheinlich den entscheidenden Anstoß zur Renovierung der Fenster in dieser Art gab.

     

     

      

    Das vierte Pfingstfenster der KreuzkircheDas vierte Pfingstfenster

    Es ist in seiner Grundstruktur anders, denn es ist ganz in Blau gehalten und verwendet so ein anderes Symbol für den Geist Gottes: Das lebendige Wasser. (Johannes 4, Verse 10 ff.) Dieses Wasser kommt aus dem Himmel, es begleitet bei der Taufe den Akt der Zuwendung und Segnung, denn es ist das reinigende Element, das die Seele reinigt und fähig macht, sich Gott zuzuwenden. Wir alle sind mit Wasser getauft, aber es ist zugleich verheißen, das Gottes Geist hinzukommt. Nur so macht es Sinn, wie in Johannes 4 auch. Nicht das lebendige Wasser als solches ist es, sondern der Geist Gottes, der jeden Durst nach Lebensqualität, nach Liebe und Geborgenheit sättigt. Darum wird einer nie mehr Durst haben, der von diesem lebendigen Wasser getrunken hat.

    Im unteren Teil des Bilde ist dargestellt, was uns Menschen begegnet und berührt. Der Kelch "des Heil" ist gefüllt mit der Kraft des Himmels. Wenn wir Abendmahl feiern, dann reichen wir einander den Kelch und auch wenn er mit Saft oder Wein gefüllt ist, so ist er doch der "Kelch des Heils", weil Gottes Geist und Segen uns mit diesem Kelch gereicht wird. So hilft die Betrachtung dieses Fensters dazu, das Geheimnis des Glaubens im Heiligen Abendmahl immer wieder neu zu erfassen.

     

     
    Wochenspruch

    Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

    Psalm 66, Vers 20

    Einladung

    Wenn Sie Ihre Spiritualität vertiefen wollen, nehmen Sie sich täglich etwas Zeit, wiederholen Sie diesen Wochenspruch und meditieren Sie ihn.

    Viel Erfolg.

    Jahreslosung 2012

    Christus spricht:
    Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

    (2. Korintherbrief 12,9) 

     

     

    Den Gottesdienstplan
    Mai finden Sie hier.

     

     

    Hier ist für Sie zum download der aktuelle
    Gemeindebrief.pdf (März bis Mai 2012)

     

     

     
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