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    Traugottesdienst

    Die einzelnen Teile werden in der Reihenfolge ihres Ablaufs vorgestellt und ggf. erklärt.

    Machen Sie sich klar, dass alles, was in diesem Gottesdienst geschieht, eine symbolische Bedeutung hat. Der Ritus der Trauhandlung ist deshalb nicht willkürlich veränderbar. Jede Handlung, jedes Wort braucht einen stimmigen Zusammenhang, denn was in einem Gottesdienst gesagt oder getan wird, ist immer bedeutungsvoller als an einem anderen Orte.

    Es handelt sich hier um das Minimalprogramm, also um die Teile, die unbedingt auftauchen müssen. Nichts hindert uns aber daran, diesen Ablauf zu ergänzen um Punkte, die Ihnen wichtig sind. Das können vielleicht passende Beiträge von Familie oder Freunden sein, zusätzliche Musikstücke oder auch eine Abendmahlsfeier. Besprechen Sie Ihre diesbezüglichen Wünsche beim Traugespräch mit Ihrem Pfarrer/ Ihrer Pfarrerin.

    • Einzug des Brautpaares unter festlicher (Orgel-) Musik

      Da das Brautpaar bereits beim Standesamt war und so vor dem staatlichen und dem kirchlichen Gesetz verheiratet ist, hat die oft im Fernsehen gezeigte Tradition der Brautzuführung im evangelischen Traugottesdienst keinen Platz und keinen Sinn. Dieser Brauch ist aus Amerika zu uns rübergeschwappt, ohne hier aber seine Wurzeln zu haben. Für viele Bräute und ihre Väter ist es eine große Enttäuschung zu hören, dass der Vater seine Tochter nicht zum Altar bringen darf.

      Wir bieten Ihnen aber eine Alternative an, die diesem Wunsch entgegenkommt und zugleich auch dem Bräutigam den feierlichen Einzug ermöglicht: Ziehen Sie als Brautpaar zusammen mit den Elternpaaren und den Zeugen ein! Dieser Anblick ist um ein vielfaches feierlicher als nur Vater und Braut und ist auch als symbolische Handlung viel stimmiger: Hier sehen alle, dass die Liebe zwischen zwei Menschen zwei ganz verschiedene Familien zusammengeführt hat.

      Zusammen mit Pfarrer oder Pfarrerin zeigen sich damit alle Beteiligten der Gemeinde und nehmen dann ganz vorne in der Kirche ihre Plätze ein.

    • Begrüßung

      Der Pfarrer/die Pfarrerin eröffnet den Gottesdienst mit den traditionellen Worten: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Dies ist die Überschrift für den Gottesdienst. Er findet nicht zum Lob der Brautleute oder zum Amüsement statt, sondern um Gott die Ehre zu erweisen, ihm zu danken und ihn um seinen Segen zu bitten.

      Namentlich werden dann die Brautleute und ihre Familien begrüßt und eventuell noch Hinweise zum Gottesdienstablauf gegeben.

      Zu diesen Hinweisen gehört auf jeden Fall die Bitte, alle Handys auszustellen und während des Gottesdienstes nicht zu fotografieren. Videoaufnahmen sind von der Empore aus gestattet.

    • Gemeindelied oder Instrumentalmusik

      Das gemeinsame Singen eines Chorals ist fester Bestandteil eines Gottesdienstes. Im Traugespräch wird gemeinsam vereinbart, ob es lieber ältere, bekannte Choräle sein sollen, die in aller Regel auch die älteren Familienmitglieder kennen (Nun danket alle Gott, Lobet den Herren, Großer Gott, wir loben dich), oder lieber etwas neuere, die oft schmissigere Melodien haben und den Brautleuten eventuell noch aus ihrer Konfirmandenzeit vertraut sind (Danke für diesen guten Morgen o.ä.).

      Natürlich ist es uns bewusst, dass viele Menschen gar keine Kirchenlieder mehr beherrschen. Und gerade bei Trauungen mit einer nur sehr kleinen Gemeinde klingt der Gesang dann eher kümmerlich. In solchen Fällen können wir getrost verabreden, dass das Gemeindelied durch Instrumentalmusik oder ein Solostück mit passendem Text ersetzt wird.

    • Psalmlesung

      Psalmen sind alte Lob- und Dankdichtungen, die in der Bibel stehen und in jeden Gottesdienst gehören. Sie können auch als Lied gesungen oder in schönen, neuen Übersetzungen vorgetragen werden. Oft möchten sich Menschen aus dem Familien- oder Freundeskreis des Brautpaares an der Gestaltung einer Trauung beteiligen. An dieser Stelle besteht eine gute Möglichkeit dazu.

    • Gebet

      Es kann vom Pfarrer/Pfarrerin oder auch vom Brautpaar selbst gesprochen werden. Dieses Gebet zu Beginn des Gottesdienstes ist ein Bittgebet, d.h. Hoffnungen, Wünsche und Befürchtungen werden vor Gott gebracht und ihm anvertraut. Dieses Gebet ist letztlich die Bitte um seinen Segen für die Verbindung der zwei Menschen, die vor dem Altar stehen.

    • Ansprache

      Die Grundlage einer jeden Ansprache in einem Gottesdienst ist immer ein biblischer Text. Bei Trauungen wird dafür in aller Regel der sog. Trauspruch genommen, den sich das Brautpaar im Traugespräch ausgesucht hat. Dieser Trauspruch muss Teil der biblischen Überlieferung sein. Wenn Ihnen irgendein anderer Spruch wichtig ist, vielleicht einer von Antoine de Exupery, teilen Sie ihn beim Traugespräch bitte dem Pfarrer/der Pfarrerin ebenfalls mit. Vielleicht gelingt es in der Ansprache ja, den biblischen und den weltlichen Spruch miteinander in Beziehung zu setzen.

      Die Trauansprachen gestalten Ihr Pfarrer/ Ihre Pfarrerin für jedes Brautpaar individuell und persönlich. Auch dazu dient das vorangegangene Traugespräch: Ihr/e Pfarrer/in möchte Sie kennenlernen. Allerdings werden natürlich keine Dinge ausgeplaudert, die nicht für die Allgemeinheit bestimmt sind.

    • Gemeindelied oder Instrumentalmusik (s.o.)

      (Brautpaar steht auf und tritt an die Stufen des Altars)

    • Lesungen zur Trauung

      Hier kommen ganz verschiedene Möglichkeiten in Betracht, denn es gibt durchaus unterschiedliche Texte in der Heiligen Schrift, die sich als Lesung zur Trauung eignen. Auf welche Lesung Sie zugehen möchten, können Sie ebenfalls beim Traugespräch diskutieren.

      Im Folgenden finden Sie einige, aber längst nicht alle Beispiele:

      Zwei sind auf jeden Fall besser als einer allein. Wenn zwei zusammenarbeiten, bringen sie es eher zu etwas. Wenn zwei unterwegs sind und einer hinfällt, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. (Prediger 4,9)

      Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan. Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1,27ff)

      Christliche Liebe heißt, dass wir uns füreinander einsetzen. Darum setzt euch nicht rücksichtslos durch, nutzt euch nicht gegenseitig aus, sondern seid auf das bedacht, was für den anderen gut ist... Schiebt nicht dauernd vor euch her, was ausgesprochen und getan werden muss. Habt Vertrauen zu dem Geist, der euch zusammenführt. (Römer 12,9-11)

      Gott hat euch zu seinen Heiligen und Geliebten erwählt. Nun soll euer Leben ein Fest sein: Kleidet euch in Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Achtsamkeit und Geduld. Haltet es miteinander aus und verzeiht einander, wenn ihr euch gegenseitig Vorwürfe zu machen habt. Christus hat euch verziehen. Tut es nun gegenseitig. Lasst das Wort Christi zwischen euch hin- und hergehen und behaltet davon einen Reichtum an Weisheit. Alles, was ihr tut in Wort und Werk, das tut so, dass Jesus Christus damit gedient wird.. Dankt dem Vater, indem ihr Christus rühmt. (Kolosser 3,12ff)

    • Traufragen

      Es wird der Ehepartner zuerst gefragt, auf dessen Namen sich das Paar hat einigen können. Das ist noch immer in der Regel der Ehemann. Bei den Traufragen stehen verschiedene Modelle zur Verfügung, die sich in ihrer Grundaussage nicht unterscheiden, sondern nur in der Wortwahl. Auch hier können Sie als Brautpaar gerne mitentscheiden, auf welche Frage Sie im Gottesdienst antworten wollen.

    • Hier einige Beispiele für Traufragen:

      "N.N., willst du diese N., geborene N., als deine dir von Gott anvertraute Ehefrau lieben und ehren und die Ehe mit ihr nach Gottes Gebot und im Glauben an seine Verheißung führen, bis der Tod euch scheidet? So antworte: Ja."

      Oder:

      "N.N., willst du diese deine Ehefrau N.N., geborene N., die dir von Gott anvertraut wurde, lieben und achten, willst du ihr vertrauen und treu sein? Willst du ihr helfen und für sie sorgen? Willst du ihr verzeihen und gemeinsam mit ihr immer wieder einen neuen Anfang suchen? Willst du mit ihr zusammen auf Gott vertrauen und für die Mitmenschen da sein, solange ihr lebt? So antworte: Ja."

      Oder:

      "Vor Gott und vor dieser Gemeinde frage ich dich, N.N.: Willst du N.N. als Ehepartner in Liebe annehmen, immer zu ihr stehen, sie in guten wie in schlechten Stunden nicht alleine lassen, sondern sie bei allem, was kommt, begleiten und ihr vertrauen, ihr Geborgenheit schenken und darauf vertrauen, dass Gott euch beide gnädig durch die Zeiten führt, bis der Tod euch trennt, so schaue deiner Frau in die Augen, schenke ihr dein Ansehen und antworte: Ja (mit Gottes Hilfe)."

      Oder:

      "N.N., willst Du Deine Ehefrau N.N. als einen kostbaren einmaligen Menschen von Gott annehmen, dass Du die Würde und den Willen Deiner Frau achtest, willst Du Deiner Frau Lebensbegleiter sein, wie Gott es will, dass Ihr miteinander Freude und Trauer teilt, Krankheiten, ja, den Tod bestehen könnt, willst Du vor Schwierigkeiten nicht ausweichen, Streit schlichten und Unrecht vergeben, dann sage bitte: Ja, mit Gottes Hilfe."

      Auch bzgl. der Antwort sollten Sie entscheiden, ob Sie es beim schlichten "Ja" belassen wollen, oder bekräftigend "Ja, mit Gottes Hilfe" antworten.

    • Ringwechsel

      Wenn Sie es wünschen, können Sie sich an dieser Stelle des Gottesdienstes noch einmal gegenseitig die Ringe anstecken. In diesem Fall geben Sie sie bitte vor Beginn des Gottesdienstes dem Küster, damit er die Ringe auf dem Altar platzieren kann. Der Ring ist schon seit jeher gedeutet worden als Symbol für Gottes Liebe: ohne erkennbaren Anfang oder Ende.

    • Trausegen

      Das Brautpaar wird jetzt gebeten, sich die Hand zu reichen als Zeichen dafür, dass ab jetzt beide zusammen ihr Leben durchwandern. Der Pfarrer legt seine Hand wiederum darüber und spricht die Formel: Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

      Wenn das Paar es wünscht, können beide nun zum Segen nieder knien. Der Pfarrer/ die Pfarrerin spricht nun unter Handauflegung das Segensgebet und den Segen über das Brautpaar. Dieser Segen ist kein Schutzzauber für die Zukunft. Er wird Sie nicht bewahren vor schweren Tagen. Aber er wird Ihnen, wenn Sie sich zu gegebener Zeit beide daran erinnern und auf die Hilfe Gottes vertrauen, die nötige Kraft geben, diese Lebensabschnitte zu bewältigen.

    • Brautkuss

      Auch das wird vorher vereinbart: ob der Brautkuss vor der ganzen Gemeinde gewünscht wird oder ob er lieber entfallen soll.

      Brautpaar nimmt wieder Platz.

    • Gemeindelied (s.o.)

    • Dank- und Fürbittengebet

      Es gehört in jeden Gottesdienst und hat die Funktion, unsere Augen von uns selbst auch auf andere zu richten, die Gottes Hilfe benötigen. In Traugottesdiensten gedenkt man beispielsweise besonders den Paaren, die in Streit liegen oder sich getrennt haben, man bitten um gegenseitiges Verständnis und hilfreiche Freunde für das Brautpaar, man bittet für die Einsamen... Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Die Formulierung und auch den Vortrag dieses Gebetes übernehmen häufig auch gern Angehörige oder Freunde.

      Das Fürbittengebet geht auf jeden Fall über in das gemeinsame

    • Vaterunser

    • Schlußsegen

      Der Gottesdienst schließt mit dem Schlusssegen des Pfarrers/ der Pfarrerin für die ganze Gemeinde, denn kein Mensch wird ohne die Begleitung Gottes aus einem Gottesdienst entlassen.

    • Auszug

      In umgekehrter Reihenfolge wie beim Einzug zieht man nun auch wieder aus: voran das Brautpaar, dann ggf. die Elternpaare und die zeugen, dann Pfarrer/Pfarrerin und daran im Anschluss die Gemeinde.


    Erkundigen Sie sich vorher genau bei der betreffenden Kirchengemeinde, ob das Werfen von Blumen oder Reis gestattet ist. Häufig ist das Blumenwerfen erst außerhalb der Kirche erlaubt, weil Steinfliesen kaum zu entfernende Flecken bekommen. Reis ist häufig ganz verboten, weil er aus den Fugen kaum zu entfernen ist.

    So oder so ähnlich könnte Ihr Traugottesdienst aussehen. Sie merken, dass an ganz vielen Stellen nach Ihren individuellen Wünschen entschieden wird und wie gesagt der Gottesdienst kann durchaus noch um das eine oder andere ergänzt werden.

    Trauen Sie sich. Wir trauen Sie.

     
    Wochenspruch

    Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

    Psalm 66, Vers 20

    Einladung

    Wenn Sie Ihre Spiritualität vertiefen wollen, nehmen Sie sich täglich etwas Zeit, wiederholen Sie diesen Wochenspruch und meditieren Sie ihn.

    Viel Erfolg.

    Jahreslosung 2012

    Christus spricht:
    Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

    (2. Korintherbrief 12,9) 

     

     

    Den Gottesdienstplan
    Mai finden Sie hier.

     

     

    Hier ist für Sie zum download der aktuelle
    Gemeindebrief.pdf (März bis Mai 2012)

     

     

     
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