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Nur keinen Streit vermeiden! Ökumenische Friedensdekade vom 12.-22. November.

Ican, die internationale Kampagne zur Ächtung der Atomwaffen, hat in diesen Tagen den Friedensnobelpreis erhalten. Eine Ermutigung für alle, die noch dem Aufruf folgen: „Eine andere Welt ist möglich!“  In Zeiten zunehmender  „Alternativlosigkeiten“ gehören Kontroversen, ja Streit nicht zum Handwerkszeug für ein gelungenes Miteinander. Das Internet ist geflutet von Hass gegen Andersdenkende, Mordandrohungen sind fast schon an der Tagesordnung. Aber auch auf den Straßen und Plätzen wird gepöbelt, beleidigt, bedroht.
Nicht nur Merkel muss weg! – Gut, dass es die Ökumenische Friedendekade gibt! Engagierte Christinnen und Christen in der damaligen DDR haben mit dem Slogan: „Schwerter zu Pflugscharen“ unter hohem persönlichen Risiko öffentlich eine Alternative zum allgemeinen Zeitgeist gefordert. Aus Glaubensüberzeugung haben sie gewaltfreie Aktionen organisiert. In diesem Engagement liegen die Wurzeln für die zunächst gesamtdeutsche und dann ökumenische Friedensdekade. In den Kirchen der alten Bundesrepublik ist sie zu keiner Zeit so fest verankert gewesen wie im Osten unseres Landes. Aber wir leben in unsicheren Zeiten: Internationale Verträge werden gekündigt, Staaten wird mit Ausradierung gedroht, Aufrüstung scheint das Gebot der Stunde zu sein. Interessenausgleich durch Verhandlungen wird schnell als Schwäche eingestuft. Und dieses Verhaltensmuster gilt nicht nur in der großen Politik. Bis in die kleine Zusammenkünfte im Alltagsleben „vor Ort“ (Familien, Kirchengruppen eingeschlossen) fehlt es an Sprachfähigkeit und Offenheit. Die eigene Meinung wird mit einem “Basta, so ist das und nicht anders!“ durchgesetzt. Oder die Methode: „Konfliktvermeidung durch Schweigen“ kommt zum Einsatz. - Mit Gottesdiensten zu Beginn und am Ende der Dekade, mit täglichen Andachten, gehalten von ganz unterschiedlichen Gruppen unserer Gemeinde, und mit Vorträgen über Christen in Syrien, im Irak und in der Türkei sowie Frauen als Friedensnobelpreisträgerinnen, soll ermutigt werden, den Streit zu wagen, damit der Frieden im Großen und im Kleinen eine Chance erhält. Daraus erwächst nicht gleich ein Friedensnobelpreis, aber ein respektvolles, friedliches, spannendes Miteinander. Das Veranstaltungsprogramm finden Sie auf Plakaten und Handzetteln.
Joachim Breithaupt